Carsharing-Champion Vevey

«Mobility hilft uns, die Klimaziele der Stadt zu erreichen»

04.11.2025

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Vevey gewinnt den CHACOM-Oscar 2025, weil die Stadt sich vorbildlich für geteilte Mobilität einsetzt. Sie ist nicht nur Vorreiterin bei der Bereitstellung von Carsharing-Parkplätzen sondern auch der Promotion dieser Angebote. Im Interview erklärt Charlotte Gaio vom städtischen Nachhaltigkeitsbüro, was Vevey konkret tut.

Charlotte Gaio, wie passt Carsharing in die Mobilitätsstrategie von Vevey?

Carsharing ermöglicht es der Stadt, die Ziele in ihrem Klimaplan zu erreichen. Derzeit nimmt der Individualverkehr eine vorherrschende Stellung in der Mobilität in Vevey ein. Die Stadt versucht daher, andere Formen der Mobilität (sanfte und geteilte Mobilität) aufzuwerten, um die öffentlichen Räume zugänglicher und attraktiver zu machen. Vevey will das Angebot an geteilten Fahrzeugen erhöhen, da dadurch Parkplätze im öffentlichen Raum frei werden.

Was heisst das konkret?

Der Klimaplan definiert folgende Herausforderungen: Die Verringerung der Anzahl Fahrzeuge, die Verringerung des motorisierten Individualverkehrs und die schrittweise Reduzierung der Auto-gewidmeten Flächen auf Stadtgebiet. Im Bereich der geteilten Mobilität strebt die Stadt folgende Ziele an: Bis 2032 soll die Anzahl der Mobility-Autos pro tausend Einwohner 13,6 betragen und wir möchten, dass bis 2032 alle Sharing-Fahrzeuge auf unserem Gebiet elektrisch betrieben sind.

Warum hat sich Vevey für Carsharing von Mobility entschieden?

Mobility bietet einen Schweizweit verbreiteten Carsharing-Dienst an. Aus Sicht der Multimodalität ein äusserst relevantes Netz. Zudem machen die Qualität und der Umfang des Angebots Mobility zu einem unverzichtbaren Partner im Bereich Carsharing.

Was sind die Vorteile von Mobility für die Stadt?

Die Mobility-Autos helfen uns, die Zahl der motorisierten Individualfahrzeuge und der Parkplätze im öffentlichen Raum zu verringern. Damit können wir einige Ziele des Klimaplans erreichen.

Werden durch die Platzierung von Mobility-Fahrzeuge effektiv Parkplätze eingespart?

Es wird geschätzt, dass ein Mobility-Auto im Schweizer Schnitt 18 Privatfahrzeuge ersetzt. In diesem Sinne brauchts theoretisch nicht mehr als einen Parkplatz für 18 Haushalte, was eine erhebliche Platzersparnis bedeutet. Die Stadt Vevey ist zwar noch nicht so weit, aber die derzeit 17 Mobility-Autos auf Stadtgebiet haben bereits einige Parkplätze eingespart.

Inwiefern hat dies Auswirkungen auf das Stadtbild?

Carsharing schafft Platz im öffentlichen Raum, indem es ermöglicht, die Anzahl der Parkplätze auf dem Gebiet zu begrenzen. Der frei gewordene Platz kann für Fussgängerinnen, Radfahrer oder Begegnungsräume (Bänke, Tisch usw.) genutzt werden.

Vevey erhält den CHACOM-Oscar 2025

Der Verband Swiss Alliance for Collaborative Mobility (CHACOMO) hat am 4. November den CHACOM-Oscar an die Stadt Vevey verliehen. Dieser Preis würdigt eine politische Körperschaft, die sich in besonderer Weise für die geteilte Mobilität einsetzt. Vevey erhält die Auszeichnung wegen der Massnahmen zur Förderung von Carsharing,. Diese sind Teil einer umfassenden Strategie für nachhaltige und verantwortungsbewusste Mobilität.

Hier gehts zur Mitteilung von CHACOMO.

Wie macht Vevey die Mobilitätsangebote bei den Einwohnerinnen und Einwohnern bekannt?

Wir nutzen dafür unsere Website, die im Stadtgebiet vorhandenen Plakatnetze sowie die Sozialen Medien der Stadt.

Welche Angebote machen Sie den Einwohnern, um Carsharing zu fördern?

Wir bieten über unseren Fonds für Energie und nachhaltige Entwicklung Zuschüsse im Zusammenhang mit geteilter Mobilität an. Damit unterstützen wir sowohl die Nutzung eines Carsharing-Fahrzeugs (Mobility, 2EM, gomore) als auch die Bereitstellung des eigenen Fahrzeugs für Carsharing mit bis zu 200 Franken. (http://www.vevey.ch/fedd) Und: Vor kurzem hat Vevey an der Kampagne "Ein Monat ohne mein Auto" teilgenommen, bei der Teilnehmende kostenlose Mobility-Angebote für einen Monat erhalten haben.

Was würden Sie anderen Gemeinden aufgrund Ihrer Erfahrung empfehlen?

Wichtig sind Begegnungen zwischen Stadtbewohnern, die an Carsharing interessiert sind, und erfahrenen Carsharing-Nutzenden. Dazu eignen sich etwa gezielte Veranstaltungen oder ein Tag zur Förderung der Mobilität. Damit begegnet man dem Vorurteil, dass die Nutzung des Systems "zu kompliziert" sein könnte.